Dunkle Räume, Strobogewitter, Nebel und dazu repetitive Beats, deren Bässe einen wie ein Faustschlag in den Magen treffen. In den frühen 90er Jahren verfügte Berlin bereits über eine sehr lebendige Technoszene, die sich zu diesem Zeitpunkt allerdings eher im Untergrund abspielte und subkulturellen Charakter besaß. In den Zeiten kurz nach der Wende war der ehemalige Ostteil der Stadt wie ein großer Abenteuerspielplatz voller leerstehender Bunker, Kaufhäuser, Hangars, Keller und sonstiger Gebäude, die schnell von feierwütigen Ravern für ihre Zwecke genutzt wurden. Die Polizei schritt so gut wie nie bei den illegalen Parties ein – es herrschten nahezu anarchistische Zustände. Der weltbekannte Tresor war 1991 einer der ersten reinen Techno-Clubs, der Auffangbecken für Schöneberger Post-Punks, Ost-Hools, Kreuzberger Hausbesetzer, britische Soldaten auf Freigang und viele mehr. Techno kannte keine Grenzen, kein Ost oder West – hier fand die wahre Wiedervereinigung statt, mit Bass, Nebel und Ecstasy.
Auch die Graffiti-Szene, die vorher schon parallel voneinander existierte, wuchs zusammen und als wir 1992 mit unserem Magazin an den Start gingen, war dies ein Sprachrohr für Writer aus beiden Berliner Hälften, die nun eins waren.

Diese ganz spezielle und prägende Zeit sollte Thema für eine ganz besondere Zusammenarbeit  werden. Zusammen mit den traditionellen Militärbekleidungs-Spezialisten von Alpha Industries haben wir uns mit der MA-1 Bomberjacke wohl bekannteste Aushängeschild des Brands geschnappt, um dieser unsere Handschrift zu verpassen.
Eines der auffälligsten Features ist wohl das Lining der Jacke, welches wir im Stil einer Collage aus Zeitungsartikeln und Fotos von unserem Gründungsjahr bis heute gestaltet haben. Diese Artikel und Fotos beziehen sich auf die bereits genannten subkulturellen Ereignisse und man findet hier auch Aufnahmen von Sven Marquard, der als Fotograf und Berghain Türsteher schon lange ein Teil eben dieser Szene war und ist. Auch der Perfomance Künstler und Designer Paul Snowden ist mit seiner bekannten „Wasted German Youth“ Grafik vertreten und rundet die Collage ab und da es sich hier um eine reversible Jacket handelt, kann man diese gelungene Hommage an die 90er Jahre Techno- und Graffitiszene auch nach außen tragen.
Verfeinert wurde die Jacke mit diversen austauschbaren Patches mit Overkill x Alpha Industries Stitching und auch die Aufschrift auf der Trademark-Lasche an der Pencil-Pocket wurde von „Remove before Flight“ in „Remove before Night“ abgeändert.

Den Release dieser wirklich besonderen Jacke haben wir am 28. Februar bei uns im Shop bei kühlen Drinks und musikalischer Begleitung von Erik K. gefeiert und für die frühen Gäste haben wir uns etwas ganz spezielles einfallen lassen. Mit einer Nähmaschine und einem Haufen Blanko-Patches bewaffnet, haben wir es den ersten Kunden ermöglicht, sich vor Ort ihren eigenen personalisierten Patch besticken zu lassen. Das kam natürlich gut an und im Nu war die hierfür angelegt List voll mit Namen, die es zu sticken galt.
Es war ein sehr angenehmes Release einer ganz besonderen Kollabo und wir freuen uns schon auf das nächste Event.