Skandinavien und besonders Dänemark steht wie kaum eine andere Region für minimalistisches und äußerst geschmackvolles Design, was sich durch alle möglichen Bereiche zieht. Architektur, Möbel und Wohnaccessoires von Hej oder Normen Copenhagen, berühmte Designer wie Arne Jacobsen – sie alle stammen aus Dänemark. Und natürlich gibt es unzählige skandinavische Fashionbrands, die weltweit ein hohes Ansehen für ihren gleichzeitig zeitgemäßen wie auch zeitlosen Stil genießen. Eines davon ist Han Kjøbenhavn, das – wie man es aufgrund des Namens schon vermuten mag – ebenfalls aus der dänischen Hauptstadt stammen.
Gegründet wurde die Brand im Jahr 2008 von den beiden Freunden Jannik Wikkelsø Davidsen und Tim Faith Hancock gegründet, allerdings haben die beiden damals anfangs eine reine Brillen/Sonnenbrillen-Kollektion an den Start gebracht, aus der sich dann allerdings bald eine Men’s Fashion-Linie entwickelt hat.
Der Erfolg lies nicht lange auf sich warten und so hat es Han Kjøbenhaven 2013 in die von Complex veröffentlichte Liste der 15 besten skandinavischen Menswear Brands geschafft und ist ein Jahr später von der GQ als eine der 8 skandinavischen Menswear Brands genannt worden, die man auf dem Schirm haben muss.
Flagship Stores in New York und Paris haben ihr übriges dazu getan, um das Standing von Han Kjøbenhaven zu festigen.

Nun haben sich die Dänen mit Puma zusammen getan, um eine kleine aber feine Capsule Collection an den Start zu bringen, zu der sowohl unterschiedliche Schuhmodelle als auch Apparel Pieces gehören.
Die gesamte Kollektion ist in dezenten Farbtönen gehalten. Weiß, Grau, zurückgenommene Grün- und Lachstöne geben der Linie ein unverwechselbares Gesicht.
Wir sind zur Kollektionsvorstellung nach Kopenhagen eingeladen worden und hatten die Gelegenheit, ein Interview mit Jannik Wikkelsø Davidsen zu führen, das wir euch natürlich nicht vorenthalten wollen.

Das Event fand in Han Kjøbenhavns sehr stilvoll eingerichteten Flagshipstore in Kopenhagen statt, wo die Kollektion geschmackvoll in Szene gesetzt wurde.

Die Jungs von Strassenmodekultur haben zu dieser Kollabo ein Editorial geschossen, welches sich stilistisch an das Teaservideo anlehnt, welches für die Han Kjøbenhavn x Puma Kollektion produziert wurde.

Ein starker Output, wie wir finden!

Wie oben schon erwähnt, konnten wir ein wenig mit einem der beiden Gründer von Han Kjøbenhavn sprechen und haben so einiges über die Philosophie der Brand und die Zusammenarbeit mit Puma erfahren.

Hej. Fangen wir vorne an: stell dich doch bitte einmal kurz vor. Wer bist du und was genau machst du bei Han Kjøbenhaven?

Hej. Ich bin Jannik Davidsen, Gründer von Han Kjøbenhavn und gleichzeitig auch der Creative Director.

Han Kjøbenhaven hat 2008 als Eyewear/Sunglasses Brand angefangen. Was hast du vorher getrieben und was war der Grund, dass mit dem Designen und Produzieren von Brillen zu beginnen? Und was hat dich/euch dazu gebracht, das Portfolio dann auf Bekleidung zu erweitern?
Ich habe vorher 13 Jahre lang als Grafik Designer und Creative Director in der Werbebranche gearbeitet und irgendwann haben mein Kumpel (Tim Faith Hancock, Anm. d. Red.) und ich überlegt, irgendwas zusammen zu machen. Wir haben gemerkt, dass wir vom Herzen her etwas mit Fashion machen wollten und haben dann ein wenig herum gesponnen und einfach so ein paar Ideen raus gehauen. Dann hatten wir mehr oder weniger durch Zufall die Möglichkeit bekommen, etwas mit Eyewear zu starten. Weisst du, wenn man jung ist und ein Brand starten musst dann ist die größte Hürde das Problem der Mindestmengen bei der Produktion der Klamotten. Wir haben ein gutes Angebot von einem Brillenhersteller bekommen und da wir uns grundsätzlich sehr für Möbeldesign und Architektur interessieren, fanden wir die Idee, Brillen zu designen sehr interessant. Es gibt hier nämlich deutliche Parallelen, Dinge aus klaren Linien entstehen zu lassen und mit verschiedenen Materialen zu arbeiten. Also haben wir beschlossen, das zu machen und haben von dem Punkt an alles aufgebaut. Ich glaube, wir haben jeder nur so 1.000 Euro in die Firma investiert und haben sie dann einfach ganz organisch wachsen lassen.

Du bist aus Dänemark, ein Land, das bekannt für sein cleanes und geschmackvolles Design ist. Würdest du Han Kjøbenhaven als ein typisch dänisches Brand sehen und wenn ja:Was ist daran typisch dänisch? Was sind eure persönlichen Einflüsse und wofür steht die Brand?
Ich würde sagen ja. Manchmal denke ich, wenn die Leute sich dänisches Design vorstellen, dann haben sie klare Vorstellungen, wie das aussieht und denken an solch ikonische Möbeldesigner wie Wegner, Finn Juhl, Arne Jacobsen, usw., die alle teure Sachen machen. Wir sind in den Vororten aufgewachsen, wo es jetzt zwar keine super armen Verhältnisse waren, wir aber in ganz normalen ländlichen Wohnungen aufgewachsen sind. Aber selbst dort, wo man nicht so viel Geld hatte, hat man in den Wohnungen und Häusern immer etwas von diesen Designklassikern gefunden. Das war also immer ein Teil unseres Lebens und hat uns immer begleitet. Han Kjøbenhaven hat seine Wurzeln in den Vororten. Wir haben schon immer Sweatpants gemacht. Wir waren die ersten, die Tracksuits in das ganze Fashionding gebracht haben. So ist das, was wir machen schon typisch dänisch, aber nicht unbedingt so, wie es klassisch wahrgenommen wird. Es ist eine Verschmelzung, es ist ein Mix, aber trotzdem sehr true.

Wie ist es zu der Kollabo mit Puma gekommen? Haben sie euch gefragt oder kam der Wunsch von euch?
Ich mag Kollaborationen, wenn man seine Stärken vereint und gemeinsam etwas neues kreiert, aber wir haben bisher nicht so viele davon gemacht. Ohne Namen oder Brands nennen zu wollen, denke ich, dass es seit einigen Jahren so eine Tendenz gibt, dass Kollabs keine richtigen Kollabs sind, sondern nur ein Zusammenschluss von Brands, die nur ihr jeweiliges Logo nebeneinander auf das Produkt packen. Deshalb war das Thema für mich lange ziemlich unsexy. Mir war es erstmal wichtiger, eine eigene starke Identität zu schaffen, bevor man zu einer Brand wird, die man nur aufgrund von Kollabs  kennt. Deswegen haben wir auch kaum welche gemacht. Wir sind oft angefragt worden, wir haben oft nein gesagt. Nicht, weil wir arrogant wären, was tatsächlich auch überhaupt nicht sind, sondern weil wir bessere Möglichkeiten haben wollten, uns einzubringen.
Puma ist eine der großen Drei und ich mag bei ihnen, dass sie so eine Art Underdog Status haben. Ich mein, Nike und adidas sind top Brands und ich mag beide sehr – ich weiß gar nicht, ob ich das überhaupt hier so sagen darf – aber Puma hat einfach eine andere Stellung, halt die eines Underdogs und das beinhaltet etwas Interessantes. Puma kam auf jeden Fall auf uns zu, hatten von uns auf irgendwelchen Fashionshows gehört und sind auf uns aufmerksam geworden. Ich muss sagen, dass die Zusammenarbeit mit Puma super angenehm ist. Denn obwohl es sich hier um ein riesiges Unternehmen handelt, ist der Workflow wie bei einem Indiebrand. Man hat hier mit kleinen Teams zu tun, wo jeder weiß, was er zu tun hat und es auch tut. Zuviel Bürokratie kann so eine Zusammenarbeit schnell kaputt machen und diesbezüglich war es einfach super mit Puma.

Wie du ja selber gerade schon gesagt, seid ihr bisher selten Kollabos mit anderen Brands eingegangen – uns fällt da jetzt nur Teva und Pendleton ein – was muss eine Brand also tun, um eich von einer Zusammenarbeit zu überzeugen?
Ich möchte gar klingen, als ob ich überzeugt werden müsste…  es muss halt einfach das richtige Produkt sein. Wir haben jetzt in den nächsten Monaten sogar ein paar Kollabos anstehen, aber wie ich schon eben meinte, ist es einfach wichtiger, sich eine eigene starke Identität aufzubauen und zu einer selbstbewussten Brand zu werden. Ich denke, man kann zu früh in seiner Brandgeschichte zu viele Kollabs machen, mit dem Ergebnis, dass man nur dafür bekannt ist. Ich möchte eine starke Identität haben und denke, dass wir hart daran gearbeitet haben. Mit den richtigen Fashionshows, mit den richtigen Models, mit dem richtigen Style. Dadurch haben wir eine eigene DNA und jetzt sind erwachsen genug, diese DNA mit einzubringen. Puma ist auf uns zugekommen, weil sie genau wussten, was sie von uns bekommen. Ich musste nicht darum kämpfen, meine Ideen einzubringen, ich musste nicht darum kämpfen meinen persönlichen Fingerabdruck zu hinterlassen. Puma wusste einfach genau, was wir machen und ich glaube, es war auch das erste Mal, dass Puma bei so einer Zusammenarbeit einem Partner die volle Kontrolle über das ganze Konzept und den visuellen Output gegeben hat.

Ihr habt auch eine kleine Footwear-Linie. Hat euch das geholfen, als es um den Design Prozess für die Puma Schuhe ging?
Ja ein kleines bisschen vielleicht. Wir haben mit Footwear zwar schon so ein bisschen herumgespielt, aber das hier ist ein komplett anderes Ding. Das war unsere erste Kollabo mit Puma und es war klar, dass wir da jetzt nicht etwas neues erschaffen.. Ich wollte jetzt auch nicht ausgerasten und irgendwelche neuen Silhouetten erschaffen. Ich wollte lieber verstehen, warum der Schuh in seiner ursprünglichen Form funktioniert, um darauf aufzubauen. Dass wir bereits mit Footwear gearbeitet haben, hat uns schongeholfen, aber Puma hat da ein sehr kompetentes Team und das ist ein ganz anderes Level.

Wir können uns also noch auf weitere Kollabos freuen, hast du gesagt!?
Ja auf jeden Fall. Genau jetzt zu diesem Zeitpunkt hab ich bereits vier weitere Kollabos abgeschlossen, alle Designs sind fertig. Und hier war es auch ganz typisch. Wir haben diese Kollabo vor 1 1/2 Jahren designed. Das macht das ganze aber auch so interessant.

Vielen Dank für deine Zeit!

Han Kjøbenhavn hat definitiv eine starke eigene Identität und kann sich auf jeden Fall auf die Zusammenarbeit mit anderen Brands einlassen, ohne Angst haben zu müssen, dass die eigenen DNA auf der Strecke bleibt. Das sieht man deutlich bei dieser Kollabo mit Puma, die mehr als gelungen ist.

Natürlich gibt es auch bein uns einige Stücke aus der Han Kjøbenhavn x Puma Capsule Collection!