In jedem Menschen schlummert ein gewisses kreatives Potenzial. Bei vielen bleibt es verborgen, mache entdecken diese Ader und lassen ihr in irgendeiner Art und Weise freien Lauf, sei es als Hobby oder auch um ihren Lebensunterhalt davon bestreiten zu können.

Dann gibt es aber auch noch diejenigen, die vor lauter Kreativität und Leidenschaft nur so sprühen und denen ein Kanal, diese zum Ausdruck zu bringen nicht reicht. Dementsprechend vielfältig ist bei solchen Menschen der Output – ob Musik, Fotografie, Design, alles ist möglich und nichts schließt sich gegenseitig aus.

Genau eine solche Person ist die Künstlerin Ashus, mit der wir uns zu einem Interview getroffen haben, um über ihre diversen Projekte, den Antrieb dahinter aber auch über Persönliches zu unterhalten.

Hallo! Stell dich doch bitte erstmal kurz vor. Wer bist du, was machst du?

Hi. Ich bin Alexia, 27 Jahre alt und mein Künstlername ist Ashus. Ich bin DJ, habe gerade angefangen selber Tracks zu produzieren und zu singen, ich bin PA für eine Designerin aus Italien und habe zwischendurch mal ein paar Fotojobs – ich model. Ja… ein bisschen von allem.

Sehr schön. Ich würde anfangs gerne erstmal auf die Musik eingehen. Du meintest ja eben schon, dass du auflegst. Wie lange bist du schon dabei?

Das hat so vor 2, 2 ½ Jahren angefangen, als ich da relativ spontan reingeworfen wurde. Wie das bei den meisten Sachen ist, die ich so mache.

Hast du hier in Berlin damit angefangen? Du kommst ja eigentlich aus Detmold, oder?

Genau, ich komme aus Detmold in der Nähe von Bielefeld und ja, ich habe hier in Berlin mit dem auflegen angefangen. Das war tatsächlich bei einer Afterhour. Wir hatten Besuch und da standen ein paar Laptops rum und ich habe aus Langeweile auf den verschiedenen Laptops über YouTube Songs gespielt. Das ging so ne Stunde lang und die Leute meinten, das hätte alles voll gut gepasst und ob ich das nicht professionell machen möchte. Und so hab ich dann gedacht „versuchen wir das doch einfach mal!“.

Und wann hattest du dann deine ersten Clubgigs?

Das kam dann sogar relativ schnell, weil ich ziemlich viele Leute kenne und kannte, die sich in dieser Szene bewegen und auch selbst Partys organisieren. 

Es fing an mit „Finesse“ aus Polen und mit „Trap or Die“.

Also dann im St. Georg?

Genau, im St Georg hat es angefangen. Ich war schon auf deren [Trap or Dies] Parties, als die noch im Chesters waren, so ein richtig kleiner Laden am Görlitzer Park. Eigentlich so eine richtig kleine Spelunke. Mein erster Gig für Trap or Die war dann aber im St Georg. Aber ich habe auch anfangs zum reinkommen erstmal in so ein paar Bars gespielt.

Inzwischen bist du aber auch ganz gut gebucht, oder?

Ja doch, jetzt läuft es gerade wieder ganz gut an. Ich mache viel im SchwuZ für „Tasty“, für „Doing the most“ und „Plastic“. Da lege ich regelmäßig auf. Vor kurzem habe ich für 3‘ Hi im Prince Charles aufgelegt.

Ok… für die Leute, die dich noch nicht haben auflegen hören: wie würdest du beschreiben, was du so spielst? Du bist da ja schon recht breit aufgestellt, oder?

Ja stimmt. Ich spiele ne wilde Mischung aus so ziemlich allem, was mich bewegt. Im wahrsten Sinne tatsächlich. Es ist natürlich immer sehr Afro- und Trap-lastig, das ist so meine Hauptrichtung. Aber ich bringe auch immer ein bisschen Baile mit ein und auf jeden Fall auch ein paar elektronische Upbeats. Ich könnte auch nie ein ganzes Set nur Trap oder nur Afro spielen. Da wird mir viel zu schnell langweilig.

Langeweile ist anscheinend eh ein Thema, was dich umtreibt.

Haha ja genau.

Du hast ja jetzt vor kurzem auch mit „In it Innit“ deinen ersten Track – sogar mit Video – veröffentlicht. War das für dich eine logische Konsequenz aus dem Auflegen oder war das schon immer so ein Thema, auf das du Lust hattest?

Also Musik gemacht habe ich schon, seitdem ich ganz klein war. Bin damit auch immer durch meine Eltern konfrontiert worden, die beide auch in Bands gespielt haben, das aber eher im Metal-Bereich. Ich habe also eigentlich immer schon mit Musik zu tun gehabt, war im Chor oder habe in kleinen Bands auf dem Dorf gespielt. Jetzt durchs DJing bin ich auch wieder mehr damit in Berührung gekommen, hab wieder viel mehr mit Musikern zu tun und habe gemerkt, dass mir da irgendwas fehlt. Beim Mixen habe ich auch so gemerkt, dass mir bei manchen Tracks irgendwas fehlt, aber auch bei den Texten von anderen Künstlern habe ich mal ne bestimmte Sichtweise vermisst. Ich will aber auch das, was in meinem Kopf so vorgeht – und mir ist in den letzten Jahren so einiges passiert – kommunizieren und rausbringen. Und so hat sich das dann ergeben, dass ich mir so gedacht habe: ok, pack ich das auch noch an!

Die Beats produziert aber wer anders?

Genau, die sind von Black Cracker.

 

Wie kann man sich diese Zusammenarbeit vorstellen?

Ich habe mich das erste Mal mit ihm bei ihm zu Hause im Studio getroffen, wo wir erstmal darüber gesprochen haben, in welche Richtung ich gehen möchte. Dann hat er mir ein paar von seinen bereits vorhandenen Beats gezeigt. Ich habe mir dann ein paar ausgesucht und dann sind wir dazu übergegangen, dass ich gesagt habe, was mir noch so fehlt oder ich anders haben möchte. So sind wir dann Stück für Stück vorangegangen.

Also eigentlich klassischen Beatpicking wie im HipHop.
Du hast ja gerade auch schon erwähnt, dass du Dinge, die in deinem Kopf so vorgehen, thematisieren willst. Bei „In it innit“ geht es ja um die Sexualisierung der Frau. Wie wichtig ist dir dieses Thema und wie sehr betrifft das auch dich in deinem Alltag?

Also für mich persönlich ist es extrem wichtig, weil ich auch gerade durch das Modeln und das Auflegen sehr stark damit konfrontiert wurde. Zum Beispiel beim Modeln, wenn einen der Fotograf anmacht und dann versucht, einem den Job madig zu machen, wenn man nicht drauf eingeht. Oder Stylisten, die eine bisschen zu touchy sind. Beim Auflegen fängt ein Gespräch dann auch ganz häufig mit „wir wollen dich buchen“ an und endet mit „willst du nicht auch mal so vorbeikommen, ich find dich ja auch so ganz geil“. Am Anfang heißt es dann immer „ich helfe dir“ und „lass da mal was zusammen machen“ aber dann auch nur unter der Bedingung „dass du mir auch ein bisschen entgegenkommst“. Und macht man das dann nicht, wird auch nichts aus dem Gig.

Ok, das ist krass. Die DJ-Szene ist ja leider – auch wenn es inzwischen immer mehr weibliche DJs gibt – immer noch ziemlich männerdominiert.

Ja und vor allem ist es so, dass viele Frauen, die auflegen bei Partys auflegen, die generell eh eher auf ein weibliches Publikum ausgerichtet sind, bzw von Frauen veranstaltet werden. Und häufig ist es so, dass es bei Partys, die von Männern veranstaltet werden weniger um die Musik geht, die die Frau spielt, sondern mehr um das Äußere. Oder eben auch einfach, um die Frauenquote zu erfüllen.

Ja, das ist auf jeden Fall bedauerlich. Hoffentlich ändert sich das bald mal.

Ja hoffentlich. Wir arbeiten auf jeden Fall daran (lacht).

Definitiv ein wichtiges Topic! Ich finde es auch gut, dass du das dann so thematisierst, denn mit Musik erreicht man einfach viele Leute.
Was mich neulich auch so ein bisschen beschäftigt hat ist, dass es in der sogenannten Fashionszene, wo es eigentlich um Individualität gehen sollte, der Musikgeschmack tatsächlich sehr konform ist. Gefühlt hört jeder Trap, auf allen Veranstaltungen läuft immer das gleiche. Egal, wo man hingeht – es läuft immer „Goosebumps“ oder „Mask Off“. Und das wundert mich ein bisschen. Was denkst du darüber? Warum ist das so?

Also ich glaube, gerade wenn es so um Fashion Events geht, sollen die Leute angelockt werden, die gerade in der Szene gefragt und beliebt sind, die irgendwie nen Namen haben, die gerne posten und teilen. Die Veranstalter versuchen dann natürlich, das gerne zu bedienen. Und wenn da jetzt Elektro läuft, was die Leute nicht so feiern, dann würde es wahrscheinlich nicht so abgehen und es wird dann nicht so viel fotografiert und geteilt usw. Und ich glaube, es liegt auch daran, dass manche nicht so experimentierfreudig sind, d.h. dass auch häufig die gleichen DJs auf den verschiedensten Events gebucht werden, weil man weiß, dass die gut laufen, immer so spielen, dass die Leute auch Spaß haben. Man will kein Risiko mit seinem Event eingehen.

Ja, man will auf Nummer Sicher gehen. Aber ich finde, dass es manchmal dem widerspricht, was so ein Brand an kreativen Output hat. Denn eigentlich bedienen viele Brands ja gar kein Mainstream und haben sogar etwas avantgardistisches an sich und im gleichen Atemzug ist es dann auf der Veranstaltung mega Mainstream.

Ja auf jeden Fall. Ich denke aber auch, dass sich viele Brands vor der Szene individuell darstellen, aber letztendlich eigentlich nur verkaufen wollen. Im Grunde genommen wollen sie das bedienen, was gerade gefragt ist und wissen, womit sie möglichst viel Geld machen können. Inzwischen ist ja jede Brand irgendwie Streetwear, alle machen jetzt weite Joggingpants mit nem Schlitz an der Seite, weil das gerade mega in ist. Dann macht eine Brand wieder irgendetwas ein bisschen anders, was dann wieder von den anderen aufgegriffen wird. Im Grunde gibt es immer die Vorreiter und dann wird das Thema so lange ausgeschlachtet, bis es keinen mehr interessiert und wieder wer neues nen neuen Twist reinbringt.

Ja das ist richtig. Ich wünsche mir aber trotzdem ein bisschen mehr Mut und Experimentierfreude.

Ja, ich auch. Ich kenne auch extrem viel Leute, die auf solchen Veranstaltungen gut Party machen würden – ich zum Beispiel auch (lacht).

Ich auch! (lacht)

Die werden aber halt nicht gebucht, weil die nicht komplett Teil der Szene sind oder eben ein bisschen anders sind und vielleicht auch nicht immer so ganz nach der Schnauze reden. Womit ich jetzt nicht sagen möchte, dass das bei denen so ist, die da immer spielen. Das sind eben die Leute, die bewiesen haben, dass es läuft. Andere an Board zu holen, die wenige kennen, ist für die Brands ein Risiko.

Ja und solche Veranstaltungen werden ja auch meisten über Agenturen geplant und da mangelt es vielleicht auch einfach an Leuten, die sich so ganz deep mit Musik beschäftigen und so wird der einfachste Weg gegangen.

Es gibt ja auch ein, zwei Veranstaltungen, wo mal ein bisschen was anderes läuft, wo auch mal andere Leute performen und auflegen. Die sind dann aber auch nicht so krass besucht oder werbebezogen wie riesigen Corporate Events. Aber die gibt es eben auch.

Es ist auch von mir gar nicht wertend gemeint. Mir ist das aber gerade bei der jetzigen Fashionweek aufgefallen, dass sich die Events, auf denen ich war so sehr geähnelt haben. Nur dass es halt eben um ein anderes Produkt oder Brand ging.

Was ich auch interessant bei diesen ganzen Fashionevents – während der Fashionweek aber auch davor, wo es auch ein paar Veranstaltungen im Vorlauf gab –  finde, ist, dass ich zwischendurch gar nicht mehr sicher war, bei welchen Event ich bin, weil das Produkt, welches gelauncht wurde irgendwo in der Ecke an nem Ständer hing, es aber eigentlich kein Schwein interessiert hat.

Das ist eh eine Entwicklung, die ich fragwürdig finde. Ich kann es absolut nachvollziehen, dass die Leute bespaßt werden wollen aber mir ist es dann auch oft zu wenig produktbezogen.
Anderes Thema. Du machst ja nun auch ein paar andere Dinge. Ich habe gesehen, dass du u.A. auch für ein Magazin schreibst. Kannst du dazu mal ein bisschen was erzählen?

Genau, ich schreibe fürs YEOJA Mag. Das hat eine Freundin von mir ins Leben gerufen und da geht es viel um frauenbezogene und frauenrelevante Themen.  Es wird natürlich auch genderübergreifendes geschrieben. Wir hatten da neulich ein Piece über – auch straighte – Männer, die gerne hin und wieder Make Up tragen, wie exzessiv das auch immer sein mag. Dann haben wir Pieces über Kunst, Kultur und Mode, aber auch Opinion-Pieces, für die ich dann meistens schreibe und wo es dann auch viel um

Psychologie, Beziehungen und Interaktion mit anderen Menschen geht. Das sind auch eigene Erfahrungswerte. Der letzte Artikel, den ich geschrieben habe ging um meine letzte Beziehung, die nicht so toll gelaufen ist. Im Gespräch mit anderen Frauen und Männern habe ich gemerkt, was für ein Bedarf herrscht, über so etwas zu lesen oder sich auszutauschen. Und deshalb habe ich angefangen, darüber zu schreiben. Also einmal für mich, um das selber zu verarbeiten, aber auch, um anderen Frauen und Männern damit zu helfen.

Klingt toll. Gibt es das nur online oder auch als Printversion?

Momentan gibt es das nur online, aber wir arbeiten gerade an nem Softlaunch-Event, wo es dann auch eine Print-Issue geben wird, bzw. ne Preview.

Klingt interessant, werde ich auf jeden Fall mal weiter verfolgen.
Dir scheint es auf jeden Fall wichtig zu sein, über Dinge zu reden.

Ja, das ist es immer schon gewesen. Mir ist es dabei auch wichtig, so offen und ehrlich wie möglich zu sein. Mein ganzes Leben habe ich gehört, ich wäre zu offen, würde zu viel über Sachen reden, die bei mir so abgehen, ich wäre zu ehrlich bei manchen Sachen, ich sollte mich mal – gerade online – ein bisschen zurückhalten, ich könne doch nicht bei Facebook oder Instagram über dieses und jenes reden. Ne Zeit lang habe ich mir das auch zu Herzen genommen und versucht, mich an die Szene „anzupassen“ aber das hat mich totunglücklich gemacht und mich auch nirgendwo hingebracht. Und dann habe ich gedacht, ich mache es einfach so, wie es mir in den Kopf kommt, wie ich mich gerade fühle. Manchmal gewinne ich dadurch, manchmal verliere ich dadurch, aber es tut mir einfach gut, über solche Sachen zu reden. Ich lerne dadurch auch unglaublich viel über andere Menschen, über mich selber und ich bekomme auch unglaublich viel Feedback von Leuten, die mir folgen oder die auch im echten Leben mit mir zusammen unterwegs sind und mit mir darüber sprechen. Letztens bin ich eine Show für Perlensäue gelaufen – hier in der Kitty Chang Bar – und dann kam ein Mädel zu mir und meinte „hey du bist doch die, die den Artikel geschrieben hat. Fand ich super gut und hat mir so sehr geholfen“. Und dann haben wir noch ne ¾ Stunde da gesessen und auch über ihre Situation gesprochen. Und sowas gibt natürlich mir auch super viel.

Das glaub ich gerne. So ein Feedback ist einfach gold. Dann weiß man auch warum man die Sachen macht, die man macht.
Du kommst ja aus Detmold. Als du nach Berlin gekommen bist, war es dann bestimmt ein Culture Clash. Inwiefern hat dir Berlin dabei geholfen, deiner Kreativität besser Ausdruck verleihen zu können, bzw. hat Berlin deine Kreativität sogar gepusht?

Auf jeden Fall in dem Sinne, dass ich mich viel freier in meiner Kreativität fühle. Ich habe hier viel mehr Bezug zu meiner Kreativität und zu meiner Sprache, weil das in meiner Heimatstadt immer so ein bisschen unterdrückt war und auch immer mit viel Skepsis gesehen wurde. Ich habe mich immer in Kreisen bewegt, die sehr kreativ und sehr offen waren. Ich war damals immer in einem linksbesetzten Haus, wo die Punks mit uns Mathehausaufgaben gemacht haben und solche Sachen. Also ich saß jetzt nicht in einem streng katholischen Dorf bei meinen Großeltern am Küchentisch, aber es war auf jeden Fall immer mit, anderen Form der Wertung verbunden. Auch als ich in Bielefeld Fotografie studiert habe, war immer alles, was ich gemacht habe eher in Bezug auf den Kommentar meiner Dozenten oder auch meiner Kommilitonen und weniger darauf, was mir eigentlich wichtig ist. Ich hatte auch ganz große Probleme damit, zu lernen, wer ich eigentlich bin und deshalb hat mir Berlin auch geholfen, weil ich hier einfach ins kalte Wasser geworfen wurde, bzw. einfach reingesprungen bin. Ich habe mich in ein paar deutschen Städten auf Zimmer beworben und habe gesagt, dass ich dahin ziehe, wo ich als erstes eins bekomme. Und das war dann halt Berlin. Ich habe mir dann erstmal einen Vollzeitjob in einem Klamottenladen besorgt und habe dann geschaut, was ich eigentlich will, wo ich hin möchte. Ich habe dann so viele unterschiedliche Menschen kennengelernt, die von überall her kamen und die alle einen komplett anderen Stil und Hintergrund hatten, wo ich aber von jeder Gruppierung irgendetwas herausziehen konnte. Und da habe ich dann eigentlich erst gelernt, was mir gut tut und was mir wichtig ist.

Dazu gehört auf jeden Fall auch eine gewisse Portion Mut.

Naja… die Leute sagen immer, das wäre voll mutig – was auch immer ich gerade gemacht habe – aber für mich hat das weniger mit Mut als mehr mit Tollheit oder ein bisschen Dummheit (lacht) zu tun.

Eine gewisse Naivität vielleicht?

Nicht unbedingt Naivität. Ich weiß es nicht, aber ich mache einfach und sehe dann, ob es was für mich ist oder nicht. Ich gebe auch immer gerne jedem Menschen ne Chance und denke dann erst „nee bleib mal lieber weg von mir“.  Ja und so war das dann mit Berlin, so war das mit dem Modeln, wo ich dann durch Zufall reingekommen bin, mit dem Auflegen, mit dem selbst Musik machen, mit dem Schreiben genauso. Das sind immer so die Sachen, die an mich herangetragen werden oder auf die ich stoße, bei denen ich denke „hey, versuche ich mal“.

Du bist da also im Flow.

Ja, ich war nie der Mensch, der wirklich alles durchgeplant hat. Mit nem 5jahres Plan, nem 10jahres Plan – ich habe noch nicht einmal nen 5monats Plan. Ich habe natürlich ein Ziel. Ich möchte erfolgreich sein mit dem dem, was ich mache, aber ich muss auch nicht stinkreich werden. Ich will einfach immer genug haben, um zu leben und falls ich irgendwann eine Familie haben sollte, möchte ich genug Geld und Sicherheiten haben, um eine Familie entspannt führen zu können. Aber was das genau bedeutet, kann ich nicht sagen.

Kann ich sehr gut nachvollziehen, ich bin da ähnlich.
Meinst du, dass sich bei dir auch alles so entwickelt hätte, wenn du nicht nach Berlin gegangen wärst, sondern in eine andere Metropole wie Hamburg oder München? Also wieviel von dem, was du jetzt machst kommt aus dir und wieviel hat Berlin dazu beigetragen?

Ich glaube, das Modeln und das Musik machen wäre auf jeden Fall passiert, aber in einem komplett anderem Maß und in einer komplett anderen Richtung, als es jetzt passiert ist. Wäre ich in Hamburg gelandet, wäre ich vielleicht auch auf die ein oder andere Art und Weise ans Modeln gekommen, aber ich glaube da wäre es mir nicht so möglich gewesen, auch bekanntere Modesachen zu machen. Ich glaube, ich wäre da eher so in diese Alternative-Schiene – so in Richtung Tattoo Model – reingekommen. Und was Musik angeht, wäre ich eher in der Rock-Richtung gelandet, glaube ich. Weil ich auch, bevor ich nach Berlin gekommen bin auch viel eher Rock gehört habe und Metal und Punk und solche Sachen. Und da ich in Hamburg einige Leute kenne, die eher in der Richtung unterwegs sind, wäre das bei mir auch so verlaufen.

Du hast zwar keinen 5jahres Plan, aber wir können ja musikalisch bestimmt trotzdem etwas in Zukunft von dir erwarten. Das wird ja nicht der letzte Track sein.

Nein, auf gar keinen Fall. Ich habe so ein paar kleine Ziele, z.B., dass ich bis zum Ende des Jahres eine EP herausbringe plus drei Extratracks. Ich möchte auf jeden Fall ein neues Musikvideo bis Ende des Jahres machen. Gerne würde ich auch noch mehr machen, aber Finanzielle spielt dabei ja leider auch immer so ein bisschen ne Rolle. Und ich möchte auf jeden Fall mindestens zwei Shows spielen, eine, die so ein bisschen länger ist und ein so ein Gast-Ding. Da bin ich auch schon mit ein paar Leuten im Gespräch. Musik ist auf jeden Fall gerade im Vordergrund, die Mode, bzw das Modeln eher weniger. Ich arbeite auf Fall hart daran, einiges an neues Tracks, EPs und Videos rauszuhauen.

Ich bin gespannt!

Ja, ich auch! Ich bin auch gespannt, was da so kommt! (lacht)

Vielen Dank für dieses interessante und auch sehr persönliche Interview!

 

Checkt Ashus auch bei SOUNDCLOUD!

Credits:

Fotos 1, 6, 7 & 8: Johannes Erb – IG johannes_erb | Styling: Yulia V. Maltseva – IG mltsva | Make Up: Hendrik Gebhardt – IG henk369 
Titelbild & Fotos 2 & 5: Sonny – IG sonny_shoots
3: Fotos: Sebastian Pielles – IG piellesshots