Mit dem adidas SC PREMIERE kommt an diesen Freitag, den 01. Februar 2019, eine neue Silhouette auf den Markt, die das Zeug zu einem Klassiker hat. Das Interessante bei diesem Modell ist, dass man gar nicht so recht weiß, ob man hier von einem modernen Klassiker sprechen soll, denn der SC PREMIERE wirkt sehr vertraut, als ob man ihn bereits kennt. Der Grund dafür ist wohl, dass die adidas Designer tief im Archiv in Herzogenaurach gegraben haben und sich von der reichen Historie an adidas Tennis-Schuhen inspirieren lassen haben.

Der SC PREMIERE ist ein recht

cleaner Schuh, da sowohl die fette Sohle, als auch das Leder-Upper, welches verschiedene, schön geschwungene Layer zeigt, in Weiß gehalten sind. Von recht clean sprechen wir, da verschiedenen Weißtöne dem Schuh einen rauen Touch geben. Das Upper des Schuhs ist fast komplett weiß, das Heel Tab, das ohne Branding auskommt, ist schwarz. Dieses Schwarz findet sich auf der Seite des SC PREMIERE wieder. An der Stelle, an der normalerweise die Drei-Streifen sind, befindet sich ein Fenster in dem das adidas-Lettering zu sehen ist. Das Selbe Branding ist uns im letzten Jahr durch den adidas Continental 80 wieder ins Gedächtnis gerufen

worden. Auffällig am SC PREMIERE ist auch die starke Keilform des Uppers, die durch den perfekt angepassten Toe Spring unterstützt wird. Auch hier kann man, ähnlich wie beim adidas Rivalry vor ein paar Wochen, von einer Shape-Granate sprechen.

Bei Overkill geht der adidas SC PREMIERE im Raw White/ Clear White/ Off White Colourway in der Nacht auf den 01. Februar, also von Donnerstag auf Freitag, um 0:00 Uhr online. Der verbleibende Stock ist am Freitag ab 11:00 Uhr im Ladengeschäft in der Köpenicker Straße 195A erhältlich.

Als Krönung hat und Till Jagla, seines Zeichens Global Head of Energy bei adidas, wieder einmal Rede und Antwort gestanden, um mit uns den adidas SC PREMIERE genau zu beleuchten. Viel Spaß mit dem Interview.

Overkill: Hallo Till, vielen Dank, dass du dem Overkill-Blog wieder einmal für ein Interview zur Verfügung stehst. Am 24. Januar bringt adidas Originals eine neue Silhouette auf den Markt, die gar nicht neu wirkt, eher vertraut. Dabei handelt es sich um den adidas SC PREMIERE, einen Schuh, der seine Wurzeln im Tennis hat. Allerdings ist dies kein Performance-Schuh, sondern eine Lifestyle-Silhouette. Was war der Ansatz bei der Entwicklung des SC PREMIERE?

Till Jagla: Hi, ich grüße Euch, immer wieder schön bei Euch zu sein und über Schuhe zu sprechen. Das Projekt „SC Premiere“ war am Anfang eher eine Art Design Workshop, in dem wir versucht haben die klassische Design-Sprache herauszufordern und zu revitalisieren. Im Grunde haben wir uns die Frage gestellt, wie würde ein Court Schuh aussehen würde, wenn er nicht vor 40 Jahren kreiert werden würde, sondern in 2020. Wir haben das Projekt „CRACKING COURT“ genannt. Wir wollen den „Code von Court Schuhen cracken“, um es ins Denglish zu übersetzen 😊

Overkill: Du sprichst davon, dass adidas mit dem SC PREMIERE den Markt für klassische weiße Lederschuhe revitalisieren will. Was ist deiner Meinung nach das Besondere an diesem Schuh, das diese Wiederbelebung schaffen soll.

TJ: Im Grunde beeindrucken mich zwei Dinge. Es ist ein sogenannter „TN“ eine „Totally New“ Konstruktion (adidas Terminologie), dennoch fühlt er sich sehr familiär an. Wir haben bei einem weißen Blatt Papier angefangen und etwas sehr Neues, Zeitgemäßes und sicher auch etwas Modisches entworfen, dennoch fühlt ist ein Schuh entstanden, den nur wir als Marke bauen können. Er fühlt sich ehrlich und echt an! Weiterhin bin ich in den letzten Monaten sehr tief in unser Tennis Archiv getaucht und habe viel gelernt. Wir haben High Performance Schuhe gebaut, 20 Jahr bevor andere Marken gegründet wurden. Diese Substanz und Authentizität hat uns geholfen einen neuen Weg einzuschlagen. Im Grunde ist der SC Premiere inspiriert von 40 Jahren „Clean White Leather Shoes“ ist dennoch ein modisches Design, welches im Fashion Kontext getragen werden kann, aber auch als Daily Beater nutzbar ist. You can´t go wrong with those.

Overkill: Wenn man sich den Schuh anschaut, erkennt man deutlich wo, der Schuh her kommt. Der keilartige Shape eines Lendl Champ, die geschwungene Layer eines ATP 3000, das adidas Branding des Continental, aber auch die Art und Weise, wie die Nähte gesetzt sind, das alles erinnert stark an die großartigen Tennismodelle der 80er Jahre. Kann man es sich so einfach machen und sagen, ihr habt das Beste aus eurem Tennis-Archiv genommen und zu einer Art Lifestyle-Hybrid zusammengepackt?

TJ: Ich denke man kann den SC Premiere als „Best Of“ Bezeichnen. Wir hatten unglaublich viele Inspirationsquellen. Für mich ist die Liebe zum Detail auch herauszustellen. Das butterweiche Leder, der Materialmix im Upper, das klassische „adidas Window“, die „OG“ Grafikelemente macht den Schuh zu einem Produkt, welches man in jeder Lebenslage bzw. zu jedem Anlass anziehen kann.

Overkill: Du hast auf Instagram schon mindestens drei verschiedene Versionen des SC PREMIERE gezeigt, die sich alle nur durch Details voneinander unterscheiden. Worauf können wir uns in Zukunft bei dieser Silhouette freuen? Ein farbiges Upper wird es jawohl eher nicht, oder?

TJ: Klar, Farbe wird es auch geben. Obwohl es ein Schuh ist, der für „Clean White Leather“ steht wird es auch interessante Farbansätze geben. Weiterhin kursiert noch eine Upper Variante auf Instagram. Diese haben wir damals gebaut als eine Art „Employees only“ Version, weil wir uns nicht wirklich entscheiden konnten in der Fabrik. Es bleibt abzuwarten, wie wir das Upper einsetzen werden. Wir sind sehr froh wie der SC Premiere bis jetzt besprochen wurde. Es ist schön zu sehen, wie sehr die Leute qualitative Produkte wertschätzen.

Overkill: Eines musst du zum Abschluss noch erklären: Was ist “The Cracking Court Crew” und was hat es mit diesem Namen auf sich?

TJ: Haha. Ich habe es oben bereits angerissen. Das war der Name für unsere cross-funktionale Workforce. Da wir den Code knacken wollten für Clean White Leather Shoes, haben wir das „Objective“ zu unserem Namen gemacht. Wir sprechen immer noch von „Cracking Court“, obwohl die Schuhe mittlerweile andere Namen bekommen haben. Ist so eine Macke von uns, dass wir Teams Namen geben. Ich feier das hart.

Overkill: Herzlichen Dank, Till. Es war auch uns wie immer eine Freude mit dir zu reden und diese hammermäßigen Insights in den Herzogenauracher Kontext zu bekommen.

Text: Ernie Beckmann